Die Kontaktsperre in Deutschland sorgt für einen Anstieg beim Online-Shopping um 7 %, schnellste Lieferzeiten werden damit wichtiger als je zuvor

German lockdown boosts e-commerce purchases by 7%

This post was originally published in English.

Ganz offensichtlich hat die Kontaktsperre in Deutschland dazu geführt, dass Verbrauchern der Zugang zu niedergelassenen Ladengeschäften verwehrt bleibt und damit für einen deutlichen Wandel des Kaufverhaltens hin zum Online-Shopping gesorgt. Eine AfterPay Insights-Befragung unter 1.178 Verbrauchern in Deutschland hat ergeben, dass die Online-Einkäufe um 7 % gestiegen sind, und es dabei insbesondere einen Anstieg im Bereich Lebensmittel sowie Gesundheit & Health Food sowie Take Away-Speisen mit Lieferung nach Hause gegeben hat. Der Bereich Lebensmittel hat eine echte Revolution erlebt. Seit Ausbruch der Corona-Krise ist die Anzahl der Einkäufe um 142 % gestiegen.

Im gleichen Zeitraum sind die Einkäufe im Bereich Mode in Deutschland um 14 % zurückgegangen. Für den Monat April beabsichtigen die Verbraucher jedoch mehr Online-Shopping im Fashion-Segment. Allgemein sagen 26 % der deutschen Verbraucher, dass sie im April häufiger im Internet einkaufen wollen und stehen dabei den Kategorien Pflege und Kosmetik sowie den mit dem Lebensmittelhandel verwandten Segmenten sehr aufgeschlossen gegenüber.

Mit diesem erwarteten Anstieg bei den Einkäufen steigt aber auch die Erwartung an die Händler, schnellere Lieferungen umzusetzen, flexiblere Retouren zu ermöglichen und klare Informationen über die aktuelle Bestandssituation zu kommunizieren. Die Daten deuten darauf hin, dass die deutschen Verbraucher im April noch mehr Wert auf eine Lieferung am selben Tag legen werden.

Bei welchen deutschen Verbraucherschichten hat es Veränderungen im Verhalten gegeben?

In Deutschland zeigen jüngere Menschen – ähnlich wie in den Niederlanden und in Norwegen – ein stärker polarisiertes Verhalten, einige haben ihr Online-Shopping ausgeweitet, andere wiederum geben weniger Geld im Internet aus. Gleichzeitig haben ältere Menschen (ab 45 Jahren) in etwa genauso häufig im Internet eingekauft wie vorher.

Die Daten zeigen auch einen deutlichen Unterschied zwischen Männern und Frauen, besonders wenn es um die Anzahl der Online-Einkäufe geht. So ist es bei Frauen zu einem Anstieg der Anzahl ihrer Online-Einkäufe gekommen, der bei Frauen im Alter von 18-34 am stärksten ausgefallen ist. Männer haben ihr Verhalten hingegen nicht im gleichen Ausmaß geändert.

Im Vergleich zum Verhalten vor dem Corona-Ausbruch und unter Berücksichtigung des Haushaltseinkommens haben die Menschen mit einem geringeren Einkommen weniger gekauft, während die Menschen mit einem höheren Einkommen mehr gekauft haben. In Anbetracht der verschiedenen Lebensabschnitte ist es bei Verbrauchern, die noch keine eigene Familie gegründet haben, zu einem Anstieg der Online-Einkäufe gekommen, während Haushalte mit Kindern weniger Bestellungen im Internet aufgegeben haben. Seit dem Ausbruch der Corona-Krise haben Verbraucher im mittleren Alter ohne Kinder und Senioren ihr Verhalten im Hinblick auf Online-Shopping hingegen nicht verändert. Zu guter Letzt haben Menschen in städtischen Gebieten ihre Online-Einkäufe im Vergleich zu Menschen in ländlicheren Gebieten entweder gesteigert oder reduziert. Insgesamt zeigen diese Verbraucher ein stabileres Verhalten beim Online-Shopping.

Warum ändern die Verbraucher in Deutschland ihr Verhalten?

Die Deutschen ändern ihr Einkaufsverhalten im Internet aufgrund von gänzlich anderen Einflussfaktoren als dies bei ihren europäischen Nachbarn in den Niederlanden oder auch in Norwegen der Fall ist. In Deutschland sind die Folgen der Kontaktsperre sehr deutlich als zentraler Faktor für den wachsenden Online-Handel auszumachen, weil damit der Kontakt zu anderen Menschen in Ladengeschäften vermieden werden kann. Einige weitere, wichtige Beweggründe für die gesteigerten Einkäufe im Internet sind die Schließung einiger Geschäfte, dass Produkte in den Geschäften nicht vorrätig sind oder dass die Menschen zu Hause unter Quarantäne gestellt werden. 


Deutsche Verbraucher, die ihre Einkäufe im Internet reduziert haben, geben hauptsächlich finanzielle Sorgen als Grund dafür an. Aufgrund der finanziellen Unsicherheit wollen sie ganz aktiv versuchen, weniger zu verbrauchen, oder befinden sich bereits in einer finanziellen Situation, die sich auf ihr Einkaufsverhalten im Internet auswirkt. Eine weitere Begründung für weniger Einkäufe im Internet besteht in der Sorge, dass man sich über Pakete anstecken kann und/oder dass man lieber die Geschäfte vor Ort unterstützen möchte. 

Wie haben sich die Sorgen der deutschen Verbraucher auf das Online-Shopping ausgewirkt?

Ganz allgemein machen sich die Deutschen angesichts der Corona-Pandemie in etwa genauso viele Sorgen über ihre persönliche Gesundheit und die finanzielle Situation wie in den anderen befragten Ländern.

Wie allerdings bereits erwähnt, sind die Finanzen der Hauptgrund und weniger die Sorge um die Gesellschaft, warum sie weniger einkaufen.

Und die Gruppe, bei der am wenigsten Besorgnis festgestellt werden kann, ist auch die Gruppe, die ihr Online-Einkaufsverhalten seit dem Ausbruch von Corona nicht verändert hat.


Welche Produkte fragen die Verbraucher in Deutschland im Vergleich zu vor dem Corona-Ausbrauch mehr oder weniger nach?

Im Vergleich zur Zeit vor dem Ausbruch von Corona ist in Deutschland die Kategorie Lebensmittel am stärksten gewachsen. Im Vergleich zu den Ergebnissen aus den Niederlanden und Norwegen ist dieser Anstieg in Deutschland am stärksten. Gesundheit & Health Food sowie Take Away-Speisen zur Lieferung zeigen ebenfalls große Zuwächse..

Bemerkenswert ist der Anstieg im Bereich Pflege & Kosmetik in Deutschland, während der Bereich Fashion rückläufig ist. Diese Ergebnisse stehen im Kontrast zu den Niederlanden und Norwegen, wo Pflege & Kosmetik einen stärkeren Rückgang als die Modebranche erlebt hat.

Und genau wie in den anderen Ländern geben die Verbraucher in Deutschland seit dem Ausbruch von Corona weniger Geld für Tickets, Reisen und Verkehr aus.

Welche Produkte werden die Verbraucher in Deutschland in nächster Zeit mehr oder weniger kaufen? 

Wie bereits dargestellt, ist es seit dem Ausbruch von Corona in Deutschland zu einem deutlichen Anstieg im Bereich ‚Lebensmittel‘ gekommen. Und gemäß den Vorhersagen zum Verbraucher-Verhalten von AfterPay Insights wird diese Kategorie auch im April am stärksten wachsen. Für die Bereiche ‚Gesundheit & Health Food‘ kann die Aussage fast unverändert übernommen werden, und auch der Bereich ‚Take Away-Speisen‘ folgt dichtauf.

In Deutschland wird im Internet mehr Geld für Werkzeuge, Baustoffe und Gartengeräte ausgegeben. Aber die Prognosen zu den Einkäufen in diesen Bereichen deuten auf einen Rückgang hin.

Wie schon erwähnt, ist es seit dem Ausbruch von Corona im Bereich Pflege & Kosmetik zu einem Anstieg und bei der Mode zu einem Rückgang gekommen. Jedoch wird für beide Kategorien mit einem Zuwachs gerechnet, weil die Verbraucher gesagt haben, dass sie diese Kategorien im April beim Online-Shopping stärker berücksichtigen wollen. ‚Tiernahrung‘ sowie ‚Medien/Unterhaltung‘ sind zwei weitere Kategorien mit einem positiven Ausblick für die nähere Zukunft.

Und genau wie bei den Ergebnissen aus den Niederlanden und Norwegen sind die Online-Ausgaben in Deutschland im Bereich ‚Reise und Verkehr‘ sowie ‚Tickets‘ seit dem Ausbruch von Corona deutlich zurückgegangen. Noch dazu beabsichtigen die Verbraucher, im April noch weniger Geld für diese Kategorien auszugeben.

Welche deutschen Verbraucherschichten kaufen im April mehr oder weniger ein

57 % aller Verbraucher in Deutschland sagen, dass sie im April genauso viel im Internet einkaufen wie bisher. Etwa 26 % der Verbraucher sagen, dass sie mehr kaufen werden, wohingegen 15 % angeben, weniger kaufen zu wollen. Die verbleibenden 2 % sind unsicher im Hinblick auf ihr zukünftiges Einkaufsverhalten. 

Verbraucher, die ihre Online-Einkäufe in der Vergangenheit reduziert haben, werden im April noch weniger einkaufen. Und die Verbraucher in Deutschland, die ihre Einkäufe im Internet seit dem Ausbruch von Corona ohnehin schon erhöht haben, sagen aus, dass sie im April mit einem weiteren Anstieg rechnen.

Eine große Mehrheit der Verbraucher, die bislang keine Veränderung in ihrem Einkaufsverhalten beobachtet hat, gibt an, dass sie ihr Einkaufsverhalten im Internet auch in Zukunft nicht ändern wird. Innerhalb dieser Gruppe ist der Anteil der Verbraucher größer, die sagen, dass sie ihre Einkäufe im APril steigern, als der Anteil der Verbraucher, die einen Rückgang ihrer Einkäufe ankündigen.

Im April legen deutsche Verbraucher Wert auf schnelle Lieferungen

Wie zu erwarten war, funktioniert eine persönliche Erfahrung in der Vergangenheit als wichtigster Faktor bei der Wahl eines Online-Shops. Dieses Merkmal gilt nicht nur für die Deutschen, sondern auch für die Niederländer und die Norweger. 

Dass der Online-Shop den günstigsten Preis bietet, steht für die Deutschen an zweiter Stelle. Sicherheit folgt als dritter Punkt und geht dann Hand in Hand mit einer persönlichen Erfahrung mit diesem Online-Shop in der Vergangenheit.

Aus funktionaler Sicht sind eine zuverlässige Lieferung, ein umfassendes Produktsortiment und ein guter Kundendienst als entscheidende Aspekte zu nennen. Allerdings legen deutsche Verbraucher, die im April mehr Online-Einkäufe tätigen wollen, zunehmend Wert auf eine schnelle, flexible und zuverlässige Lieferung sowie flexible Retourenoptionen und Informationen über den Artikelbestand.

Von den 26 % der deutschen Verbraucher, die im April häufiger im Internet einkaufen wollen, ist die schnellste Lieferzeit bei der Wahl des Online-Shops fast doppelt so wichtig.

In einem normalen Marktumfeld würden diese vergleichsweise kleineren Bedürfnisse als Nischenbedürfnisse angesehen werden, die wahrscheinlich nur in einem kleineren Marktsegment ausschlaggebend sein dürften. Angesichts des Corona-Ausbruchs ändern sich die Anforderungen an Händler jedoch schnell, sodass alle Händler wirklich auf die Veränderungen im Hinblick auf diese Aspekte achten müssen. 

Wie wirken sich die geänderten Bedürfnisse auf die Entscheidung im Hinblick auf die Lieferung aus?  

Vor dem Corona-Ausbruch sind 85 % aller Online-Käufe in Deutschland mit einer Zustellung nach Hause erfolgt. In den letzten zwei Wochen im März lag dieser Wert bei 87 %. Auf unsere Frage nach der Wahl der Lieferung für im April haben 57 % der deutschen Verbraucher angegeben, dass sie die Zustellung nach Hause häufiger nutzen wollen, und nur 5 % sagten aus, dass sie seltener auf diese Methode zurückgreifen wollen.

Die zukünftige Zustellung nach Hause geht sowohl zu Lasten einer Lieferung an die Packstation, an Service-Punkte und eine Abholung im Geschäft.

Darüber hinaus zeigt der Trend, dass fast 5 % der deutschen Verbraucher angeben, dass sie sich häufiger als bisher für die Möglichkeit einer Lieferung am selben Tag entscheiden werden.

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